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In Paris ging der IS nach Meinung einiger Journalisten bei der Zielbestimmung für seinen Kulturkrieg äußerst genau vor. Es reichte ihm angeblich längst nicht, irgendeine Location und irgendeine Band zu treffen. Die Gotteskrieger-Exegeten schrieben die Wahl des Bataclan als Angriffsort der Tatsache zu, dass es bis vor Kurzem noch einen jüdischen Besitzer hatte, und auch die "Eagles of Death Metal" gerieten ihnen zufolge nicht zufällig ins Visier der Terroristen, hatten sie sich doch "Boykottiert Israel"-Aufrufen widersetzt und ihre Solidarität mit dem Land bekundet.
Die Lektüre des Bekennerschreibens lässt das eher unwahrscheinlich erscheinen. Die Akteure des IS selber sind auch keinesfalls immer nur glaubensfeste Überzeugungstäter. Oftmals stammen die Kämpfer aus dem kleinkriminellen Milieu und abstinent lebten die wenigsten. Die beiden Attentäter Brahim und Salah Abdeslam betrieben bis kurz vor der Tat sogar noch eine Kneipe in Brüssel.
Aber ganz gleich, wie genau oder ungenau die Adressierung nun war, und in welchem Maße es sich um Überzeugungstäter handelte, die Anschläge dürften ihre Spuren in der Popkultur hinterlassen. Konzert-Besuche beispielsweise verändern ihren Charakter. Sie geschehen nicht mehr einfach so und bekommen etwas Bekenntnishaftes.
"Der Besuch eines Konzertes wie das der "Eagles of Death Metal" wird zu einem politischen Akt", schreibt der Musikexpress. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mit dem Anschauen der Bands Risiken verbunden sind. Die Zeit berichtete schon von Post-13/11-Konzertgängern, die sich regelrecht erleichtert über Leibes-Visitationen zeigten. Und die für Ende 2016 angestrebte Wiedereröffnung des Bataclan wird sich sicherlich unter massivem Polizeischutz vollziehen.
Bei einem solchen "betreuten Musizieren" sind radikale Gesten, die bisher zum Repertoire der Popkultur gehörten, kaum mehr denkbar.
http://www.heise.de/tp/artikel/47/47010/1.html
http://www.heise.de/tp/artikel/47/47010/1.html
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