Originally shared by Melanie “Vulvarine” Zwerg
"Bei dem Wort Niemandsland denkt man an unheimliche Weite, an rechtlose Zonen des Transit, die man möglichst schnell hinter sich lässt. Was die Menschen im Berm auch liebend gerne tun würden. Aber sie sitzen fest. Gefangen zwischen zwei riesigen Erdwällen in der Wüste, in einer demilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Jordanien und Syrien. Am südlichen jordanischen Wall – auf englisch Berm – blockieren jordanische Truppen den Weg. Hinter dem nördlichen syrischen Wall liegen die ständig wandernden Frontlinien des Krieges. Weder die UN, noch Hilfsorganisationen oder Journalisten haben Zugang zum Berm.
Satellitenbilder zeigen ein Meer aus hellen Punkten im Sand, improvisierte Plastikzelte, unter denen NGOs mindestens 60.000 syrische Vertriebene vermuten. Sie hausen dort seit Monaten ohne sanitäre Anlagen, ohne ausreichend Nahrung, Wasser und Medikamente. Derzeit bei glühender Hitze.
Dass der Blick auf die Betroffenen nur mehr aus dem Weltall erfolgt, sagt viel über den Umgang mit Kriegsflüchtlingen aus. Zwischen der erschütternden Nahaufnahme der Leiche des dreijährigen Aylan Kurdi, ertrunken am 2. September 2015 vor der türkischen Küste, und den gesichtslosen Satellitenbildern vom Berm liegen zehn Monate. In diesen zehn Monaten ist die politisch-mediale (nicht unbedingt die gesellschaftliche) Stimmung von empörter Empathie in xenophobische Abwehr gekippt."
Und de Maizière faselt was vom Ende der Flüchtlingskrise...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-07/fluechtlinge-wueste-syrien-jordanien-the-berm-abgeschnitten-versorgung/komplettansicht
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-07/fluechtlinge-wueste-syrien-jordanien-the-berm-abgeschnitten-versorgung/komplettansicht
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen