Originally shared by Marcus “Neurosehörnchen” Kranawetter
Da es zu groß für einen Screenshot ist, einfach mal kopiert.
Ralph Ruthe auf FB:
"Ich kann vieles respektieren.
Zum Beispiel, wenn jemand es schafft, von einer Sucht los zu kommen. Oder wenn jemand nach einem 24-Stunden-Dienst im Krankenhaus noch die Zeit und Nerven findet, anderen Menschen mit Freundlichkeit zu begegnen und einer Dame mit Kinderwagen in den Bus hilft. Oder wenn jemand ein echt guten Marmorkuchen gebacken hat. Das alles verdient meinen Respekt.
Was für mich absolut keinen Respekt verdient ist: Glauben.
Vor wenigen Wochen postete ich einen Cartoon, in dem Gott eine Rolle spielte und in den Kommentaren darunter beschwerte sich über Stunden hinweg ein Herr darüber, dass das nicht in Ordnung sei, ich den Cartoon löschen sollte und er für seinen Glauben doch wohl Respekt verdient hätte.
Ich war damals grade erst Vater geworden und befand mich nur wenige Tage vor Beginn meiner Live-Tour, daher hatte ich keine Zeit und Muße, ausführlicher auf die Kommentare dieses Menschen einzugehen. Und mit allem, was ich in der knapp zwei Monate dauernden Tour anschließend zu tun hatte, war ich so beschäftigt, dass ich die paar freien Stunden dazwischen lieber damit verbracht habe, Zeit mit meiner Familie zu verbringen, statt in der Kommentarfunktion unter einem mittlerweile vor Wochen gesposteten Cartoon.
Jetzt ist die Tour vorbei, ich habe wieder etwas mehr Luft und ich merke, dass mich dieser Herr nicht los lässt. Weil mich seine Aussage ärgert.
Was ist das bitte für ein Bullshit, Respekt für seinen Glauben einzufordern?
Und ich weiß sehr gut, was es heißt, an etwas zu glauben:
Ich war 12 Jahre alt und saß bei meinem Kumpel Sven im Kinderzimmer. Er schaute sich einen Ordner an, in dem ich einige meiner Zeichnungen in Klarsichthüllen so in einer Reihenfolge angeordnet hatte, dass sie inhaltlich ein Comicalbum ergaben. Ich sagte zu Sven, dass ich fest daran glauben würde, eines Tages Bücher mit meinen Zeichnungen zu veröffentlichen.
Svens einige Jahre ältere Schwester kam dazu und lachte mich für diese Aussage aus. Sie lachte darüber, dass ein dickes Kind vom Land die Vermessenheit besaß, zu glauben (!) es würde eines Tages ein bekannter Comicautor sein. Nachvollziehbar, denn ich hatte dafür keinen Beweis und der Anblick des kleinen Jungen vor seinem selbstgebastelten Heft hatte vermutlich etwas albernes.
Man kann natürlich darüber streiten, ob das von Anja gemein gewesen ist. Man kann sich fragen, ob meine damaligen Arbeiten vielleicht kein Talent erkennen ließen.
Aber das ist alles nicht der Punkt.
Der Punkt ist: Anjas Meinung war mir vollkommen egal. Weil ich mir ganz sicher war, dass ich mit meiner Vision richtig liege. Hatte ich für den Glauben daran, dass ich das irgendwann mal schaffen würde, Respekt verdient? Nein, natürlich nicht. Ich hatte ja noch kein Buch veröffentlicht. Hat mich das davon abgebracht, weiter zu machen und mein Ziel zu erreichen? Nein, weil mein Glaube daran, es zu schaffen, groß genug war.
Und darum geht es mir:
Wenn ich an etwas glaube, wirklich wirklich 100%ig fest und von Herzen glaube, egal wie absurd es auch klingen mag, dann kann und muss es mir furzpiepegal sein, was Anja oder irgend ein anderer Vogel darüber denkt.
Wenn es mir nicht egal ist, dann zweifle ich selbst.
Meine Güte - Es gibt Leute, die glauben daran, dass die Erde eine Scheibe ist. Oder dass Elektroschocks Krebs heilen können. Oder dass Helene Fischer gute Musik macht. Wie, um alles in der Welt, kann irgendjemand für solche Ansichten von einem intelligenten Menschen Respekt einfordern?
Und exakt das gleiche ist es für mich, wenn Menschen Respekt für ihre Religion verlangen. Du darfst da selbstverständlich gerne dran glauben. Wenn du mit mir darüber sprechen willst, werde ich dir trotzdem sagen, dass es Bullshit ist. Und wenn dich das in deinen Grundfesten erschüttert, dann glaubst du selbst nicht daran!
Und ich bin es leid, dass ich mir im Jahr 2016, in einem Jahrhundert, das ich lange Zeit für aufgeklärt und zivilisiert gehalten habe (mein Fehler!), von Menschen anhören muss, dass sie Respekt für ihren Glauben haben wollen.
Leute, damit muss ein für alle mal Schluss sein! Wenn du möchest, dass ich dich als Christ, Moslem, Jude oder was auch immer respektiere, dann verhalte dich bitte so, wie deine angeblich so viel großartige Religion es dir vorgibt, zu sein:
sei freundlich zu Menschen. Egal, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe sie haben. Denke an andere und teile mit ihnen. Sei friedlich und nerv Leute nicht dafür oder hau ihnen aufs Maul, weil sie oder er an etwas anderes glaubt. Oder vielleicht sogar an nichts. Verhalte dich nicht so, weil du dich Christ, Moslem oder Jude nennst, sondern weil du ein guter Mensch sein willst.
DAFÜR verdienst du meinen Respekt! Aber nicht dafür, dass du an einem bestimmten Tag in der Woche in ein Gebäude gehst, wo mit leiernder Stimme 500 Jahre alte Lieder gesungen werden oder weil du ein Stück Stoff auf deinem Kopf trägst. Das sind keine Leistungen, das sind keine Werte, die der Menschheit etwas bringen. Es ist Bullshit. Und wenn du dich von dieser Aussage angegriffen fühlst, dann weißt du selbst, dass es Bullshit ist. Und wenn du das dann endlich selbst einsiehst, dann verdienst du dafür wieder meinen Respekt. <3"
#Religion #Glaube #Atheismus
Da es zu groß für einen Screenshot ist, einfach mal kopiert.
Eingestellt von
Thomas Mertens
on 14. Dezember 2016
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Labels:
Atheismus,
Glaube,
Religion,
Thomas Mertens

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