Originally shared by Gerhard Torges
Was für ein krankes System!
Anders als in Deutschland wird ein Großteil der Anzeigen staatlich verteilt – und geht vor allem an die regimetreuen Blätter. Es war schon immer so, dass sie die meisten Anzeigen erhalten. Da in der Türkei fast jede Mediengruppe mindestens drei Zeitungen hält, teilen die Blätter der zentralen Medienunternehmen die zugewiesenen Anzeigen untereinander auf. Während die Mainstreampresse so viele bekommt, dass täglich fast die Hälfte ihrer Seiten aus Reklame besteht, bleibt für die unabhängigen nur wenig übrig.
Der „Reklamekuchen“ setzt sich aus kommerzieller Werbung und aus Anzeigen von öffentlichen Einrichtungen zusammen. Deren Verteilung wird von einer Presseanzeigenanstalt koordiniert, die einem der stellvertretenden Premierminister unterstellt ist. Sie verteilt Annoncen auf über eintausend regionale und landesweite Zeitungen nach Kriterien wie Auflage und Angestelltenzahl.
Die Einkünfte aus diesen Annoncen belaufen sich auf insgesamt 350 Millionen Türkische Lira (109 Millionen Euro). Sie sind von existenzieller Bedeutung für die Zeitungen des Landes, sowohl für überregionale als auch lokale.
#Türkei #Erdogan #Presse #Pressefreiheit
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Was für ein krankes System!
Eingestellt von
Thomas Mertens
on 4. Mai 2016
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