Vielleicht weiß jemand Rat?


Vielleicht weiß jemand Rat?

Originally shared by Ralf ter Veer

Wo bleibt das 10 Gigabit NAS?

Bei den heutigen Datenmengen für Bilder, Videos oder Systembackups kommt man mit Gigabit-Netzwerken nicht mehr weit. Erst recht, wenn mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig aktiv sind. Selbst aktuelle WLAN-Geräte können einen höheren Durchsatz erzielen.

Mein letztes Vollbackup von 8TB via iSCSI hat 4 Tage gedauert!
Irgendwann ist RTO auch privat ein Thema (wie lange darf das Restore dauern).

Die fertigen NAS von Synology und QNAP haben zwar schicke GUIs, schaffen es CPU-technisch allerdings gerade eben so, Gigabit zu saturieren. 10 Gigabit Ethernet gibt's dort nur in den Topmodellen für viele tausend Euro.

Zudem liegen die Daten dort nicht "sicher". Es werden normale Notebook-SODIMMs ohne ECC verwendet und selbst die besseren Geräte, die btrfs unterstützen, nutzen nicht dessen automatische bit rot correction.

Als ich mir in der Firma einige SDS-Lösungen (Software Defined Storage) angeschaut habe, bin ich wieder über einen geistigen Opa dieses Ansatz gestolpert: ZFS
Aus Lizenzgründen lange Zeit nicht für Linux verfügbar, war dessen Zukunft fraglich, als Oracle OpenSolaris beerdigte.

Inzwischen ist ZFS unter Linux etabliert (wobei XFS gerade dabei ist, die Features von ZFS und btrfs zu integrieren) und es gibt tolle Projekte wie FreeNAS, die alles in eine hübsche Oberfläche verpacken.

Interessehalber habe ich mir noch napp-it auf Basis von Illumos/OmniOS angeschaut. Der große Vorteil: ein Minimalsystem, das man in wenigen Minuten wieder einsatzbereit hat und die Solaris-Implementierung von Samba. Diese ist nämlich im Gegensatz zur Linux-Version SMP-fähig und damit deutlich performanter.

Ein ausgemusterter, 5 Jahre alter SuperMicro Server mit günstigem Host-Bus-Adapter (LSI 9207) und rotierenden Platten im RAIDZ kommt dank des grandiosen ARC Cache von ZFS auf eine Leistung, die man nur von lokalen SSDs kennt.

Ach ja: bis man unter Windows mit 10 GBe mehr als ca. 350 MB/sek schafft, muss man leider an viiielen Stellen schrauben. Hey, wir haben 2016 - warum ist das so?

Leider ist diese Hardware mit 100-120 Watt Stromverbrauch, redundanten Netzteilen, etc deutlich überdimensioniert fürs Wohnzimmer. Ein aktueller Intel NUC hätte aber mehr Dampf und braucht keine 10 Watt.

Bitte liebe NAS-Hersteller, baut so etwas in eure bewährten Gehäuse ein.

Spätestens wenn WLAN-Router wie Netgears X10 (R9000) mit SFP+ Port günstiger werden, will jeder solche Geschwindigkeiten erreichen.

P.S.: Kennt ihr andere günstige und empfehlenswerte Produkte? Gebrauchter Enterprise Kram von Ebay kostet stromtechnisch ja mehr im Unterhalt als in der Anschaffung...

7 Kommentare:

Ole Albers hat gesagt…

Vielleicht könnte man so ein Ding mal aufschrauben und schauen, ob man den Prozessor ersetzen kann.

Thomas Mertens hat gesagt…

Bei meiner alten Qnap kann ich den RAM aufrüsten, aber das wird Ralf nicht viel helfen.

Ole Albers hat gesagt…

Habe ihm schon direkt im Thread kommentiert, evtl. FreeNAS mal zu checken.

Ralf ter Veer hat gesagt…

Ja, die fertigen Consumer-/SOHO-Geräte sind stimmig auf 1GBit dimensioniert. Da wird alles andere zum Flaschenhals.
Um 10GBit günstig zu bekommen wird man wohl einzelne PCIe-Karten irgendwo reinquetschen müssen.

Ole Albers hat gesagt…

Ich bin allerdings sehr zufrieden mit meiner Synology. Ich mach allerdings auch keine Backups. Das ist ja bereits alles gespiegelt.
Da müsste also schon die Bude abfackeln, damit die Daten flöten gehen.

Und wirklich wichtige Daten gehen ohnehin zusätzlich in die Cloud. Ich vermute einfach, dass dieser Anwendungsfall im Consumerbereich eher selten Anwendung findet.

Ralf ter Veer hat gesagt…

Würde ich hier mehr als 8 Mbit Upload bekommen, läge mein Kram in Island auf einem Server mit unlimited Traffic ;-)

Thomas Mertens hat gesagt…

Ich mache zusätzlich einmal im Monat Backup auf HD.

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